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Auf dem Holzweg

Woher stammt eigentlich das Wort 'Buch'? Heute vermutet man, dass das Wort seinen Ursprung in der Pluralform von 'Runenzeichen' hat. Eine holzige Verwandschaft zur Buche (Baum), könnte darin bestehen, dass eben solche Runen oft in Buchenholz geritzt wurden. Dieser Umstand ist aber nicht über alle Zweifel erhoben, auch wenn sich die Gebrüder Grimm sicher sind, dass das Wort 'Buch' der Buche abstammt.

 

So oder so findet sich das Holz als Werkstoff des Buchbinders immer wieder in der jahrtausendealten Handwerkskunst. Wir beschränken uns an dieser Stelle auf einige wenige Beispiele: Schon im 8. Jahrhundert verwendeten die Koreaner Druckbuchstaben aus Holz. Bis zur Erfindung der beweglichen Metalllettern von Gutenberg in Europa sollte es da noch mehr als 700 Jahre dauern. Mit Holzformen wurde also schon recht früh gedruckt und vervielfältigt. Doch schon um 100 n.Chr. wurden mehrere Wachstafeln oder geheftete Pergamentlagen mit Holztäfelchen geschützt: Der Kodex, der Urvater des Buches war geboren und sollte sich ab 400. n. Chr. gegen die bisher herrschende Schriftrolle durchsetzen. Und auch im Mittelalter waren viele Buchdeckel aus echtem Holz und nicht wie heute aus Pappe oder Karton. 

 

Rekonstruierte römische Wachstafel: Ein Vorgänger des Buches
Rekonstruierte römische Wachstafel: Ein Vorgänger des Buches
Holzdeckel, mit Leder bespannt und verziert
Holzdeckel, mit Leder bespannt und verziert

 

Eine Kundin wollte für Ihre Abschlussarbeit nun also echte Holzdeckel, die sie selber hergestellt hat. Mit Freuden und in Gedanken an eine jahrtausendealte Tradition entstanden diese Bücher. Die aufgesetzten, geschliffenen Holzdeckel werden von einem schönen Gewebe in Szene gesetzt, die Rückenprägung ist bewusst sehr dezent in braun gehalten. Doch sehen Sie selbst, die Bilder kann man per Klick vergrössern:

 


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